Ehrendoktorwürde für Dieter Korneck

Im Rahmen einer Feierstunde erhielt der aus Mainz-Gonsenheim stammende Dieter Korneck am 21. Juni 2002 am Vortag seines 67. Geburtstags die Ehrendoktorwürde der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Vom 1. Juli 1970 bis zu seinem Ausscheiden am 30. Juni 2000 arbeitete er am Bundesamt für Naturschutz (BfN, früher BFANL) in Bad Godesberg, wo er vielfältige Aufgaben wahrnahm. Bis Mitte der siebziger Jahre beteiligte er sich an der Kartierung der potenziellen natürlichen Vegetation, später stand die Mitarbeit an der Roten Liste der Farn- und Samenpflanzen und der Standard- und Roten Liste der Pflanzengesellschaften im Vordergrund. In der Laudatio von Prof. Albrecht Siegert wurden die Verdienste des Geehrten um die Erforschung und den Schutz der Flora Deutschlands, aber auch um die pflanzensoziologische Gliederung der Xerothermvegetation Mitteleuropas hervorgehoben. Das besondere Interesse Kornecks galt immer seiner Heimat Rheinhessen und den daran angrenzenden Landschaften. Unter anderem hat er eine Vielzahl von bemerkenswerten Funden auch aus dem heutigen Hessen veröffentlicht. Die Zahl seiner Veröffentlichungen mit Bezügen zu diesem Bundesland dürfte um die fünfzig liegen. Seine umfassende Untersuchung der Xerothermvegetation in Rheinland-Pfalz und Nachbargebieten (Schriftenreihe Vegetationsk. 7, 1-196 + Tabellenband, Bonn - Bad Godesberg 1974) enthält eine Vielzahl von Vegetationsaufnahmen aus der hessischen Oberrheinebene, oftmals von heute erloschenen oder stark veränderten Vorkommen. Eine Fundgrube für Meldungen zu floristischen Seltenheiten sind die drei Folgen mit Beobachtungen aus dem Rhein-Main-Gebiet (Hess. Florist. Briefe 33, 2-6, 18-29, 34-42, Darmstadt 1984). Dieter Korneck erkannte die Sonderstellung der in Hessen ehemals recht verbreiteten Magerrasen auf basenreichen, aber kalkarmen Gesteinen wie Basalt, die er als Subassoziation des Mesobrometum beschrieb (Hess. Florist. Briefe 9, 13-16, Darmstadt 1960). Die Pfeifengras-Wiesen der Oberrheinebene, von denen nur spärliche Reste überlebt haben, dokumentierte er ausführlich in einer Folge von Veröffentlichungen (Beitr. Naturkundl. Forsch. Südwestdeutschl. 21, 55-77, 165-190, Karlsruhe 1962; 22, 19-44, Karlsruhe 1963). Es ist zu hoffen, dass der Geehrte noch Vieles aus seiner akribisch geführten, mehr als fünf Jahrzehnte umspannenden Fundortkartei mitteilen wird, wozu ihm hoffentlich die Erforschung der Flora Südwestfrankreichs, über die er auf seiner Promotionsfeier in einem Diavortrag berichtete, genügend Gelegenheit lässt. 


Thomas Gregor & Karl Peter Buttler